Oh jeh, es wird schon viel zu früh Dunkel! Ich finde das ganz furchtbar und habe deswegen beschlossen, so viel Zeit wie möglich draußen zu verbringen um noch ein paar Sonnenstrahlen und ein bisschen Wärme einzufangen. Zum Glück bietet Berlin für genau solche Vorhaben einige oder besser gesagt jede Menge schöne Orte, an denen man spazieren, flanieren oder einfach faulenzen kann! Einer meiner Lieblingsparks ist der Treptower Park, denn er bietet neben der praktischen Tatsache, dass ich gleich um die Ecke wohne auch einiges zu erleben: jede Menge Wasser und noch mehr Grün! Da kann man Bötchen fahren, lecker Essen, Menschen und Tiere beobachten, entdecken, abschalten und entspannen. Und gerade jetzt im Herbst, wo sich die Blätter der Bäume so schön bunt färben lohnt sich ein Spaziergang alle mal! Und weil ich den Treptower Park so gern mag, hab ich mal einen „Guide“ zusammengebastelt, wie man dort einen hübschen Tagesausflug  gestalten kann. Mit Fahrrad, denn Laufen kann ich ja zur Zeit nicht so gut.
Und dafür habe ich mich eines grandiosen Wortwitzes bedient: Treptower Park + Fahrradtour = TrepTour, Trööt! Wer will, kann den Park natürlich auch zu Fuß erkunden, aber selbst mit dem Fahrrad ist das schon eine ganz schön vollgepackte Tour (zumindest in meinem Gesundheitszustand).

Trep-tour-guide-header

Los geht’s und Hereinspaziert!

Der Start
Da ich wie schon erwähnt ganz in der Nähe wohne, erreiche ich den Treptower Park über die Parkwegbrücke, die neben lautstarkem Ring-Bahn-Getose auch einen wunderbaren Ausblick über die Spree bietet. In die eine Richtung blickt man zur Stadt; man sieht die Molecule Men, das Osthafengelände, die Oberbaumbrücke und den Fernsehturm. In die andere Richtung erblickt man vorwiegend Grün und am Horizont das Riesenrad, das noch immer im ehemaligen Spreepark steht. Und unten im Hafen wiegen sich die Ausflugsdampfer in den seichten Wogen der glitzernden Spree. Weniger poetisch geht es zu, wenn man mit der Ringbahn anreist und am S-Bhf Treptower Park aussteigt. Ist aber natürlich genauso möglich.

fahrradtour-yay copy

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Die Route
Für Planlose gibt es hier einen Plan in Form einer krassen – äh krakeligen Karte:

treptour-krakelige-karte
Am Hafen beginnt der etwa vier Kilometer lange Spreeuferweg, der durch den Park führt. Und wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual und muss sich zwischen dem Weg über die weiten Wiesen und dem Weg entlang des Wassers entscheiden. Ich bevorzuge die Uferpromenade am Wasser. Wer sich hier an schifffahrtswilligen Touristen, Ausflugsdampfern und zwielichtigen Futterbüdchen vorbei schlängelt, hat freie Fahrt entlang der Spree und sieht Hausboote, die Halbinsel Stralau und einige schillernde Wasservögel.

spreeblickEntlang des Wassers, vorbei am Gasthaus Zenner (wo sonntags manchmal reizende Rentner auf der Terrasse tanzen) erreicht man die Insel der Jugend, auf der sich ein Mädchenwohnheim befindet (Hach, netter könnte man wohl nicht wohnen). Mit 16 bin ich hier gerne mal zu Konzerten oder tanzen gegangen, weil damals nie jemand nach dem Ausweis gefragt hat, hihi. Auch heute gibt es hier noch ein buntes Gemisch aus verschiedenen Veranstaltungen – für meine Treptour ist die Insel der erste Anhaltspunkt für eine kleine Pause.

insel-der-jugend

Über die steile Stahlbetonbrücke geht es Richtung Inselgarten, wo es Kaffe und derbe leckeren Kuchen (Sorry, ich musste es einfach so ausdrücken) für 5 Euro, wunderbar chillige Sitzplätze und freche Spatzen gibt, die längst mitbekommen haben, wie lecker das Backwerk hier ist und auch mal naschen wollen.
Falls ihr ein bisschen mehr Knete in der Tasche und Hunger auf Deftiges habt, könnt ihr auch das Segelschiffrestaurant Klipper gleich gegenüber der Insel heimsuchen. Kulinarisch gibt es hier so einiges, von Räucherfisch bis Eisbecher im Segelboot-Look und auch das Frühstück ist in der Morgensonne auf der Holzterrasse ist nicht zu verachten und vor allem bis 16 Uhr zu haben, yeah!
Und wer sich von der hohen See gerufen fühlt und Lust auf eine Schifffahrt ohne Ausflugsdampfer hat, kann sich bei Kanuliebe Tretboot-Klassiker aus den 50er bis 70er Jahren, hand­be­mal­te Kanus oder (für die ganz sportlichen) diese Stand-Up-Paddel-Bretter ausleihen und direkt von der Insel der Jugend aus starten um Berlin vom Wasser aus zu erkunden.

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Doch genug der Träumerei, wir sind hier ja schließlich auf einer Fahrradtour! Deswegen geht’s nach Kaffee und Kuchen sportlich weiter auf eine Radel-Runde um den alten Spreepark, der für viele eine gewisse Faszination mit sich bringt („geschlossener Rummelpark inmitten der Stadt uuh“) und meiner Meinung nach einfach wieder als Freizeitpark eröffnet werden sollte! Aber gut, mich fragt ja keiner…
Auch hier geht es zunächst am Wasser lang, unterwegs gibt es immer wieder Möglichkeiten um bei Bedarf ein Päuschen einzulegen. Leider ist um den Park alles sehr zugewachsen und erschwert den Einblick von Außen. Aber der Haupteingang, an dem früher lustige Figuren standen mit denen man sich fotografieren lassen konnte (Mutti, hast du unser Foto eigentlich noch?) und natürlich das Riesenrad sind noch zu sehen. Wer ganz besonders neugierig ist, kann auch eine Führung direkt durch den Park mitmachen. Am Eierhäuschen, einem ehemaligen Ausflugslokal geht es nach rechts und nun umfährt man den Spreepark von der Waldseite. Zwischen dichtem dicken Baumdicht lässt sich glattweg die Tatsache vergessen, dass man sich mitten in der Stadt befindet.

eingang-spreepark

Nach der Runde um den ehemaligen Vergnügungspark und ein paar sentimental-anmutenden Kindheitserinnerungen geht’s quer über die Puschkinallee auf die andere Seite des Parks, vorbei an der Archenhold-Sternwarte, die ihre Besucher mit dem längsten Linsenfernrohr der Welt beeindrucken kann. Doch die Sternwarte ist nicht die einzige Sehenswürdigkeit – auch das sowjetische Ehrenmal findet sich hier und die Gedenkstätte kann kostenfrei besichtigt werden. Doch bei mir kommt Entspannung meist vor Kultur, deswegen geht’s zuerst zum Karpfenteich, meinem derzeit liebsten Ort in janz Berlin! Wer den rosa Pfeilen an den Bäumen folgt, findet recht leicht die schönste Stelle, eine kleine Art „Landzunge“ mit etwas Sand zum Rumliegen und dem besten Blick auf Teich und Tiere. In der Ferne rauscht der Verkehr der großen Stadt und ich kann es selbst als Original-Berlinerin immer wieder kaum glauben, wie schön und einigermaßen einsam es mitten in dieser Stadt sein kann. Es sind genau solche Orte, die Berlin so wunderbar machen.

karpfenteichkarpefenteich KopieDas Ufer des Karpenteichs eignet sich nicht nur bestens um zur Ruhe zu finden, sondern auch zum Baden an warmen Tagen oder für ein tiefenentspanntes Picknick. Denn frisch gestärkt und ausgeruht lässt sich ein wenig Kultur viel besser erleben, also geht’s auf zu meiner letzten Station, dem sowjetischen Ehrenmal. Mit einer Größe von 100.000 Quadratmetern ist es das größte antifaschistische Denkmal in Westeuropa und Gedenkstätte für die gefallenen Soldaten der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg. Die Statue auf die man blickt, zeigt einen Soldaten, der ein gerettetes deutsches Kind trägt. Für alle die etwas mehr wissen wollen stehen auch Info-Tafeln bereit, die die ein oder andere Wissenslücke füllen.

sowjetisches-ehrenmal

So, nachdem sich am sowjetischen Ehrenmal der Kreis der Reiseroute schließt, geht’s zurück nach Haus! Ich hoffe meine Tour hat euch angeregt den Treptower Park auch mal zu besuchen und zu erkunden, denn hier gibt es sogar noch einiges mehr zu entdecken – und vor allem: zu genießen! Manchmal muss man gar nicht weit reisen oder viel Geld ausgeben um einen unvergleichlichen Tag zu erleben!

Zu guter Letzt noch einige weitere Eindrücke vom Park und ein paar kleine DO’S and DONT’S:

DO
+ ein Picknick vorbereiten & irgendwo in Wassernähe verköstigen
+ Tischtennis-Ausrüstung einpacken – mehrere Platten stehen zum Spielen bereit
+ gleiches gilt auch für Bälle, Frisbee & Co.
+ Wasservögel beobachten: Die Bläßhühner tauchen putzig ab – und wieder auf

DONT:
– an einem sonnig-warmen Sonntagnachmittag in den Park gehen, es droht „Überfüllung“ und Kindergeschrei (für alle, die das nicht mögen)
– Müll irgendwo liegen lassen. Pfui!

treptower-park-eindrücke-treptour
Bis bald im Park!

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Ein Kommentar zu „Unterwegs: Die Trep Tour im Treptower Park

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