Es gibt so Tage, da möchte ich mich als angehende Modejournalistin am liebsten am Kleiderbügel erhängen. Natürlich im übertragenen Sinne, keine Sorge Mutti! Es gibt sie aber, diese Tage, an denen ich mich frage, ob es nicht besser wäre, wenn ich irgendetwas ‚Sinnvolles‘ oder ‚Vernünftiges‘ machen würde. Geld zählen bei einer Bank vielleicht. Menschen in Notlagen helfen, Brötchen backen oder Weltraumfahrzeuge zusammenschrauben. Eben irgendetwas, das über das Misery-Mode-Business hinausgeht. Ein hart umkämpftes Feld, auf dem es eh mehr um Durchsetzungsvermögen und Ausdauer geht, als um hübsche Anziehsachen. selbstzweifel-2.2 Es gibt sie, diese Tage, an denen ich liebe was ich tue. Wenn sich viel, von Außenstehenden unterschätzte, Arbeit auszahlt und ein großes Gesamtes ergibt. Wie nötig oder unnötig es auch immer sein mag. Und es gibt sie, diese Tage: Tage voller Selbstzweifel. Tage, an denen ich denke, nichts geschafft zu haben. Tage, an denen die ganze Arbeit, die gefeierten kleinen Erfolge von einer einzigen E-Mail vernichtet werden. Tage, an denen einfach gar nichts gelingt. Und ich alles viel zu persönlich nehme. Tage, an denen ich dann alles in Frage stelle. In erster Linie mich selbst. Mit Momenten, in denen ich vergesse, was ich bereits (geschafft) habe.

Und dann will ich nicht mehr. Es gibt sie, diese Tage, da kann ich mit Kritik einfach nicht umgehen. Egal wie nett sie verpackt ist. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die Kritik motiviert. Die sich sagen ‚Jetzt erstrecht‘. Nein, das bin ich nicht.

Der Kopf, der sagt ‚Ach Scheiß doch drauf, mit 3 Hirn-Aneurysmata ist es das alles nicht wert.‘ Und auch sonst nicht. Und das Herz, das schreit ‚Wieso mag er/sie/es mich nicht? Was habe ich falsch gemacht? Bin ich wirklich so schlecht?‘ Wie viel muss ich noch geben, wenn ich eh schon Nichts mehr hab?

Selbstzweifel fühlen sich ekelig an. Sie schmerzen. Und sie sind ein unschöner Wegbegleiter. Ich kenne kein Gegenmittel. Aber ich weiß: Es kann eben nicht jeder Tag voll geil sein. Voller Zufriedenheit und Glück.

Die Sache mit den Selbstzweifeln ist: Sie kommen und gehen.
Meine Selbstzweifel fühlen sich furchtbar an.
Aber sie sind mir immernoch lieber als Arroganz! selbstzweifel-2selbstzweifel-4 Zu meinen Selbstzweifeln trage ich übrigens mein derzeit liebstes Outfit; ein Anthrazit-farbenes Skaterkleid und eine schwarze Denim Bluse vom bösen Textilschweden. Simpel & lässig und somit gut geeignet für lange Tage voller Arbeit und affigen Situationen. Na wer weiß: Vielleicht bin ich ja doch gar nicht so verkehrt in diesem Monkeybusiness… selbstzweifel-3

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Ein Kommentar zu „Die Sache mit den Selbstzweifeln

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