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Manchmal schlender ich grübelnd durch mein Leben und wunder‘ mich. Wundere mich, warum ich nicht einfach meine Sachen packe, all den unnötigen Kram verkaufe, von mir gebe, bei Mama in den Schuppen stelle und losziehe. Mit einem Koffer voller Habseligkeiten. An einen Ort, der keine Habseligkeiten benötigt, da er zu den größten Schätzen meines Lebens gehört. Manchmal schlender ich durch mein Leben und wundere mich, warum ich nicht einfach hinziehe, nach Brighton. Dieser wunderbare kleine Ort an der englischen Südküste, der so viel mehr ist als unverschämt-gutes Essen, kreative Menschen, für mich so viel mehr als das kleine London am Meer. In Brighton ist alles egal, weil mir schlichtweg (und aus einem nicht-erklärbaren Grund) das Herz aufgeht. Vielleicht ist es die Erkenntnis, dass es für’s Lebensglück nicht viel braucht, aber ein Meer. Vielleicht ist es die Niedlichkeit der Häuser, der Straßen, das kunterbunte Durcheinander aus allem, das dennoch seine eigene Ordnung hat.

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Wirklich, ich sitze irgendwo rum, auf dem Küchentisch oder so und weiß nicht, wovor ich eigentlich Angst habe. Was so schlimm daran wäre, einen Traum zu verwirklichen und (zumindest eine gewisse Zeit lang) in Brighton zu leben. Vielleicht ist es die Angst davor, dass der Reiz für mich nicht in der Unendlichkeit der Dinge liegt? Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß ist, dass Brighton einfach ein bezaubernder Ort ist! Und bevor ich hier noch anfange, psychologisch in mir und meinen Ängsten zu kramen, folgen an dieser Stelle schlichtweg Bilder und ein paar Random Facts von meinen letzten Tagen am Meer. 🙂

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Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass meine Wenigkeit von einem Unglück verschont wurde und ich bin sehr dankbar dafür. Dennoch ist es ein wenig gruselig. Beim Anschlag in Berlin im Dezember war ich nur eine Stunde vorher auf dem Weihnachtsmarkt am Ku’damm und der Typ, der am Mittwoch mit einem Auto über die Westminster Bridge rasen und unschuldige Menschen aus dem Leben reißen musste, hat laut den örtlichen Medien zuvor in Brighton ‚gewohnt‘. Er hätte also genauso gut an der Strandpromenade durchdrehen können.
Interessant ist an der Stelle aber nicht mein Glück, sondern dass an der Küste irgendwie kaum etwas von dem Attentat spürbar war, was mir so erklärt wurde, dass die Zahl der Todesopfer vergleichsweise recht ‚gering‘ war. (Ich finde ja, dass jeder verletzte oder getötete Mensch einer zu viel ist!) Und auch wie die Medien mit dem Vorfall umgehen war ein wenig ungewohnt. Anders als in Deutschland wurde der tote Attentäter schön groß auf das Titelbild der britischen Tageszeitungen gedruckt (Fame, den er nicht verdient hat!) und die individuellen Lebensgeschichten der Opfer ausführlich beschrieben, so zum Beispiel die herzzerreißende Geschichte eines amerikanischen Ehepaars, das gerade zur Silberhochzeit auf Europa-Reise war und nur die Frau hat überlebt, wie furchtbar! 😦

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Ich war schon so oft in Brighton, dass ich es längst nicht mehr an einer Hand abzählen kann und was mich besonders freut ist, dass ich bis auf eine Ausnahme immer gutes Wetter hatte. So auch dieses Mal: Alles blüht schon und die Sonne schien so schön, dass es sich gemütlich am Strand auf den Steinen rumliegen ließ. Und die Sonnenuntergänge sind ein prächtiges Farbenspiel aus Rosa, Blau und Violett.

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Okay wie eben erwähnt, war ich schon häufig in Brighton aber erst bei diesem Besuch habe ich etwas gelernt, worüber ich mir vorher einfach nie Gedanken gemacht habe. Es ist verboten, Steine vom Strand mitzunehmen. Eigentlich logisch. Aber da liegen sooo viele… Und auch wenn es verboten ist: Ich habe es trotzdem getan, hehe.

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Mir fällt kein Laden in Brighton ein, in dem ich schon mal etwas Miserables gegessen habe, aber wenn ich Empfehlungen aussprechen sollte wären es 1. ein Frühstück auf der Dachterasse im Kensingtons (Fleisch bis Vegan und für Studenten sogar günstiger) und 2. ein Essen im Lion & Lobster, dem angeblich ältesten Pub Brightons. Auf jedem Fall ist er wohl der Leckerste, man muss aber Hunger mitbringen! Danach kann das Essen auch dort auf der Dachterasse mit einem Cider oder Ale hinuntergespült werden. 🙂

Außerdem dieses Mal auf dem Speiseplan: Jede Menge gekringelte Pommes mit Käse, ein Veggie Hot Dog mit Chili Sin Carne und frittierte Oliven! Wer auch immer auf die verrückte Idee gekommen ist, Oliven zu frittieren – es ist geil!!!

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Da das ganze gute Essen auch vom Körper verarbeitet werden möchte, empfiehlt sich natürlich ein Spaziergang. Egal ob an der Strandpromenade, durch die Lanes oder von Brighton bis Marina – laufen geht hier überall und ist schön. Diesmal trugen meine Füße mich am Meer entlang bis nach Rottingdean, ein völlig verschlafenes aber sehr süßes Nest, gut 8 Kilometer von Brighton entfernt. Und einen Pub, der meinen maritimen Interior-Vorlieben bestens entspricht, gibt’s da auch. Schööön!

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Bei meinem letzten Brighton Besuch traf mich der Schreck, weil urplötzlich das Riesenrad an der Uferpromenade verschwunden war. Ich weiß nicht wo es hin ist, dafür wurde aber ein riesen Stengel aufgebaut, an dem jetzt das i360, eine rundum verglaste Kabine hoch und runter düst und in einer Höhe von ca 150 Metern einen netten Ausblick über Brighton und Umgebung und das Meer bietet.
Schade ist nur, dass die Glasscheibe so stark spiegelt, dass sich nicht die besten Fotos machen lassen…

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Was ich wohl am meisten in Brighton mag, ist es, morgens halb verschlafen aufs Klo zu schlurfen und schon dabei die Möven draußen kreischen zu hören. Das ist ein verdammt schönes Gefühl. Und manchmal hört sich der Verkehr dazu an, wie das Rauschen des Meeres. 🙂

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Okay, das ist nur die halbe Wahrheit. Doch während England früher für mich das Konsumparadies schlechthin war, belief sich mein Kofferinhalt lediglich auf jede Menge Naschzeug, das es in Berlin nicht oder eher teuer gibt und eine Jeansjacke aus einem Charity-Shop. Charity Shops sind super – eine günstige Alternative zu den meist doch sehr teueren Vintage Stores und viele unterstützen mit ihren Einnahmen noch gemeinnützige Projekte. Das Restgeld ging für Pubfood und Cider drauf und 25 Pfund habe ich noch in der Tasche. Es ist also absehbar, dass ich wieder hin fahren werde. Vielleicht ja irgendwann für immer. 🙂

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Mehr Brightonliebe gibt’s übrigens hier, hier und hier. 🙂

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4 Kommentare zu „From Brighton With Love

  1. Pingback: Life Update 5/17

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