Kein Geld haben für Anfänger

Nachdem ich letzte Woche das grandiose Geheimnis gelüftet habe, wie man sich als arbeitsloser Mensch die Lebenszeit vertrödelt, kommen wir heute zu einem passenden Anschlussthema, das meist mit der Erwerbslosigkeit (liebe Grüße an dieser Stelle an die liebe Kathy) einhergeht, nämlich der Verlust von Geld.
Da ich so ziemlich nie Geld habe, bin ich sehr gut darin, kein Geld zu haben und verrate Euch heute in Ausgabe 2 meiner Ratgeberreihe meine Geheimnisse, wie man auch mit einem leeren Konto und einem anorektischen Sparschwein prima lebt.

Kein Geld haben macht schlau. Deswegen schreibe ich jetzt ratsame Ratgeber.

Denk über Geld nach!
Was genau ist Geld? Und was kann man damit machen? Und was kann man alles machen/erleben/empfinden ohne Geld? Es gibt soo viele Möglichkeiten, die Dinge auch ohne Geld zu regeln. Ja, vielleicht ist es ein bisschen anstrengender und man muss manchmal wirklich kreativ werden – aber ist ein kreatives, denkendes Gehirn nicht mehr Wert als alles Geld auf der Welt?
Wenn du das hier liest, hast du Internet. Stöber mal, was es in diesem weltweiten Netzwerk alles für Umme gibt! Von der Beautyprobe bis zum Bett aka. Schlafplatz in Irgendwo ist glaub‘ ich alles dabei.
Und überhaupt: Welches Gefühl ist schöner? Das, einer neuen Tasche in der Hand oder das Gefühl, von jemanden richtig feste in den Arm genommen zu werden?
Welche Erinnerung hält länger? Die an das H&M Kleid im Sommer 2007 oder die an den Moment, als ihr zusammen dem Sonnenaufgang entgegen getanzt seid? Und welche von Geld gekauften Güter kannst du nach deinem Ableben von dieser Welt noch bei dir haben?
Sich mal ’nen Kopf über Konsumgüter und Alternativen (selber kochen, statt Essen gehen, Pfand wegbringen, Foodsharing, Tauschbörsen und so weiter) zum schlichten Geld-einfach-so-ausgeben zu machen, sollte eigentlich zeigen, dass es sogar Spaß machen kann, kein Geld zu haben! Fertig.

Aber gut, der Kapitalismus regiert und falls du doch mal ein paar schmale Taler brauchst, weil du gerade nichts hast, versuch’s hiermit:

Verkaufe alles was du hast.
Am besten unter Wert, dann hast du nämlich immer noch kein Geld, bist aber all dein Gerümpel los (die totale Befreiung!) und kannst deine leere Wohnung als Eventlocation vermieten.

Check dein Umfeld.
Du hast einen Freund, der Konzerte veranstaltet? Frag mal lieb nach nem Gästelistenplatz. Auf großen Konzerten kann man übrigens richtig easy an Geld kommen, indem man ganz viele Becher einsammelt und das Pfand einkassiert, weil es dort meist keine Pfandmarken gibt. Also Augen auf!
Eine Freundin ist leidenschaftliche Bastlerin? Cool, vielleicht könnt ihr gemeinsam etwas Kaputtes reparieren, statt einen Handwerker zu bezahlen. Wer aus deinem Umfeld braucht etwas nicht mehr, was du vielleicht gerade benötigst? Kommunikation ist alles!

Nimm an Marktforschungsstudien teil.
Du sagst deine Meinung und bekommst Knete. Nice.

Teste Medikamente.
Im Idealfall wächst dir sogar noch ein dritter Arm oder ein anderes lustiges Körperteil, das du dann später zu Geld machen kannst.

Steig ins nicht ganz legale Business deiner Freunde ein.
Du hast Freunde oder Bekannte, die mit nicht ganz legalen Geschäftsmodellen ihr Geld verdienen? Supi! Beteilige dich. Wichtig hierbei: Klau ihnen nicht ihr Business, sondern arbeite gewissenhaft zu. Geteiltes Geld ist geiles Geld.

Scheiß auf den Konsumterror.
Jaa, schöne Dinge sind schön. Und das Leben ist zu kurz, um es nicht mit schönen Dingen zu füllen. Aber meist kosten schöne Dinge eben schön viel Geld, für das man schön viel arbeitet. Überlege genau, was dir langfristig Freude bereitet und was du nur haben möchtest, weil es gerade einen Hype darum gibt. Die menschliche Existenz basiert nicht darauf, dass wir bestimmte Konsumgüter zwingend brauchen. Ja, ein Dach über dem Kopf, Essen, Medikamente usw.- das muss leider alles irgendwie bezahlt werden. Aber wenn du bestimmte Dinge nur konsumierst, um deine verlorene Zeit und Einsamkeit zu kompensieren, solltest du dir ein neues Leben suchen. Am besten eins ohne Geld.

 

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3 Kommentare zu „Kein Geld haben für Anfänger

  1. Wie schreibt man so schön auf ‚internetisch‘? Full Ack!

    Du hast wieder mal den Kern der Sache getroffen (und richtig super rübergebracht), liebe Vickie.
    Bevor es Geld überhaupt gab, war es den Menschen eher wichtig, echte Werte zu besitzen, z.B. einen warmen Mantel oder festes Schuhwerk. Ist man dann noch soweit gesund und hat keinen Nahrungsmangel, dann ist alles andere schon nicht mehr soo wichtig.

    In Zeiten, wo sog. ‚Superminister‘ (W.Clement: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“) den Menschen ihre Nahrung verweigern, wenn nicht arbeiten gehen, ist das kein-Geld-haben dann leider nicht mehr so gesund.

    Ich find‘ es so toll, dass Du das Ganze noch mit Humor sehen kannst, anders ist unsere heutige Welt auch nur noch schwer zu ertragen…

    Alles Liebe für Dich!
    ❤ Kathy

  2. Pingback: Have Heart

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