Fahranfänger sein für Anfänger

Neuerdings bin ein ein neuer Mensch: Heute bin ich seit genau zwei Wochen Autofahrerin.
Ich konnte es mir nie vorstellen eine Autofahrerin zu sein, schließlich ist es unökologisch, teuer, manchmal gefährlich und überhaupt bin ich mein ganzes Leben lang prima mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und meinem kleinen Fuhrpark aus drei verschiedenen Fahrrädern klar gekommen. Außerdem bin ich eine äußerst begabte Beifahrerin, das weiß jeder der mich schon mal auf seinen Beifahrersitz geklemmt hat. Ich reiche Essen und Getränke, weiß immer wo es lang geht und verrate es nicht, sorge für die passende musikalische Untermalung der Fahrt und singe aus reinen Entertainment-Gründen laut und schief die Lieder, die aus dem Autoradio drönen mit.

Nach nur zwei Wochen Autofahrer-Dasein weiß ich ganz genau wie es ist, Fahranfänger zu sein.

Aus beruflichen Gründen wurde ich letztes Jahr jedoch dazu gezwungen, die Seite im Auto zu wechseln und begab mich von der Beifahrer- auf die Fahrerseite. Nach knapp einem Jahr Quälerei in der Fahrschule (gut Ding will ja bekanntlich Weile haben 😉 ) und zwei Wochen rumgegurke, kann ich an dieser Stelle ganz stolz ein paar wirklich tolle Tips präsentieren, wie man sich als Fahrfrischling durch den Verkehr schlägt!

Komm drauf klar: Die entspannten Zeiten sind vorbei!
Als Beifahrer kann man sich beim Auto fahren toll beschäftigen: Lesen, mit dem Handy rumspielen, aus dem Fenster glotzen und die schöne Landschaft genießen oder niedliche Vögel beobachten. Das ist als Fahrer vorbei. Nun gilt es den Verkehr und alle potentiellen Idioten um sich herum im Blick zu behalten! Alles was ablenkt (Smartphone, unverschämte Beifahrer etc.), gehört natürlich ab sofort verbannt!

Lerne dein Auto kennen.
Bei meiner ersten Fahrt ohne Begleitung stand ich erstmal 10 Minuten mit dem Auto auf dem Parkplatz rum, bevor ich es überhaupt gestartet bekommen habe. Keine Mutti, keine Mitbewohnerin, niemand mehr da, der mir erklärt hat, wie mein Smart mit Halbautomatik an geht. Es ist auch durchaus von Vorteil zu wissen, mit was das Auto getankt werden will, wie der Scheibenwischer und die Lichter funktionieren und man Reifendruck misst.

Gebe deinem Auto einen Namen.
Das stärkt die Bindung. Smarty McFly und ich verstehen uns mittlerweile sehr gut. Ich überlege sogar ihn mal in eine Waschanlage auszuführen, obwohl mir Menschen, die Sonntags in der Waschstraße stehen und ihr Auto saugen äußerst suspekt sind!

Glaub an dich selbst als Fahrer!
Ungelogen: So manch ein Verkehrsteilnehmer hupt genervt, wenn du nach 1,5 Sekunden nicht den Weg frei geräumt hast und dir für die ein oder andere Entscheidung einen kleinen Moment länger Zeit nimmst, weil du aus Unerfahrenheit noch lernen musst bestimmte Situationen richtig einzuschätzen. Aber: Du kommst frisch aus der Fahrschule und hast zu 100%  mehr Verkehrswissen als jemand, der den Lappen seit 30 Jahren und damit wahrscheinlich schon den Großteil der Regeln (die sich gefühlt eh jedes Jahr erneuern) vergessen hat! Außerdem ist es viel leichter an sich selbst zu glauben, wenn kein alles-kritisierender Fahrlehrer mehr neben einem hockt, ich schwör’s! 
Behalte im Hinterkopf, dass selbst die besonders talentierten Heinis ebenfalls einst Anfänger waren, die irgendwann auch alles erstmal üben mussten!

Lass dir nichts erzählen.
Hilfe von netten Beifahrern kann zu Beginn sehr wirkungsvoll sein. Dumme Sprüche hingegen nicht. Ein Bekannter meinte tatsächlich zu mir, ich solle doch bitte jetzt immer meinen Facebook-Status aktualisieren, wenn ich mich ins Auto setze, damit er und alle anderen „die Flucht ergreifen können“. Hör nicht auf unnötiges Gequatsche und solch selten dämliche Kommentare, schließlich hast du in der Prüfung ja sehr wohl bewiesen, dass du ein Fahrzeug führen kannst!


Kenne die Pfade auf denen du wandelst.
Man kommt natürlich nicht umher, Strecken zu befahren, auf denen man sich nicht auskennt. Aber da wo es möglich ist (in meiner Hood z.B.), habe ich mir schon zu Fahrschulzeiten Straßen, Kreuzungen und dort geltende Verkehrsregeln angeguckt und ein bisschen eingeprägt, das hat meine ersten selbstständigen Fahrten echt erleichtert.

Plane ein bisschen mehr Zeit ein.
Nimm dir die Zeit, genieße das selbstständige Fahren und nimm dir besonders am Anfang genügend Zeit für alles, denn Stress ist das Letzte, was ein Fahranfänger gebrauchen kann.

Fahren, Fahren, Fahren.
Wie schon etwas weiter oben erwähnt: Alle Autofahrer waren mal Anfänger und mussten erst ganz viel Erfahrung sammeln. Aber das geht natürlich nur, wenn man sich aktiv ins Verkehrsgetümmel schmeißt. Ich bin noch am gleichen Tag nachdem ich die praktische Fahrprüfung bestanden habe losgefahren und glaube fest daran, dass man die nötige Autofahrer-Routine nur bekommt, wenn man auch nach dem Erhalt des Führerscheinchens am Ball bzw. am Lenkrad bleibt und fährt.

Noch ein kluger Rat: Sich anschnallen kommt auch bei Fahranfängern voll gut!

Nur bei einer Sache bin ich mir nicht sicher: Ist es ratsam, sich ein Anfänger A an die Scheibe zu kleben oder nicht? Habt ihr damit Erfahrungen? Lasst es mich wissen! Und Häppy Autofahren allerseits! ❤

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Ein Kommentar zu „Fahranfänger sein für Anfänger

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