Roadtrip Adventures: Mit dem Smart ans Meer

Da ich mich ja neuerdings und jetzt endlich Autofahrerin schimpfen darf, habe ich nach Erhalt meines hübschen rosa Fahrerlaubnis-Zettelchens nicht lange gefackelt und mich auf einen rasanten Roadtrip begeben.

Mit dem Smart ans Meer, das war der Plan und so habe ich Hasi in den Kofferraum gesteckt, die komplette Campingausrüstung auf dem Beifahrersitz verstaut und uns ca. 1330 km von Berlin nach Rügen, Lübeck, Kiel, Dagebüll und wieder zurück kutschiert. Weil unterwegs so einiges los war, gibt es hier ein paar Random Roadtrip Facts, Ta Dah! Los geht’s:

1. Die Route
Ein entspannter Urlaub sieht wohl anders aus. Innerhalb von 5 Tagen ging es von Berlin nach Rügen, von Rügen nach Lübeck, von Lübeck nach Kiel und von Kiel nach Dagebüll bzw. auf die kleine Insel Föhr. Ich wollte alles sehen, ich wollte fahren, ich wollte Erlebnisse und habe das alles bekommen! Allerdings war ich nach diesem Trip auch gut erschöpft. 

2. Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Ein Roadtrip als Fahranfänger ist aufregend.
Hasi hat sich sicher gelangweilt, weil ich den Großteil der Strecke alleine gefahren bin. Ich habe mich durch den Verkehr geschlagen, ausführlich das Überholen auf der Autobahn geübt, bin zum ersten Mal auf einer Strecke ohne Geschwindigkeitsbegrenzung gefahren (Smarty McFlys Tacho hört allerdings bei 160Km/h auf und ich habe es auch nicht ausgereizt) und habe gelernt, dass mit den Autofahrern oben im hohen Norden wirklich nicht zu spaßen ist.
Auf Rügen ist Auto fahren nicht gerade leicht, dennoch war ich stolz wie Bolle, dass ich uns unbeschadet quer über die Insel und über die coole Rügenbrücke (aka Strelasundquerung) kutschiert habe!
Und dass 1 Meter Sicherheitsabstand auf der Autobahn bei einem Tempo von 120 Km/h mordsgefährlich ist, sollten auch Fahrer im Kopf haben, die ihren Führerschein schon 100 Mal länger haben als ich. Dachte ich zumindest, aber den waghalsigen Dränglern ist das scheinbar egal. Vielleicht wollten auch alle einfach nur besonders schnell in den Urlaub.


3. Große Liebe Rügen
Für mich unverzichtbar auf Rügen: Ein Besuch am Kap Arkona, dem nördlichsten Punkt Ostdeutschlands. Nach der obgligatorischen Leuchtturm-Erklimmung, inkl. Aussicht genießen, wollte Hasi unbedingt eine Bunkeranlage begutachten, die hatte zu seinem Verdruss aber genauso geschlossen, wie der Slawenwall auf den Klippen. Stattdessen folgte der ebenso obligatorische Spaziergang ins Fischerdorf Vitt und eine Übernachtung am schönsten Strand überhaupt, der Schaabe.

Am nächsten Morgen schlichen wir uns in die Waschräume eines nahegelegenen Campingplatzes und nach einer Runde Katzenwäsche am Waschbecken gings frisch poliert auf eine Wanderung durch den Nationalpark Jasmund.


Pro Tip: Nicht den Eintritt für den Besuch auf dem Königstuhl ausgeben! Da zahlt man Eintritt um auf einem Felsen zu stehen, den man dann gar nicht sieht, weil man ja drauf steht. Besser: Ein paar Meter weiter zur Victoria-Sicht (ich liebe es, wenn Dinge nach mir benannt sind haha) wandern – das kostet nix und man kann auf den Königsstuhl gucken. Der heißt übrigens so weil in alter Zeit derjenige zum König gewählt wurde, dem es als Erstem gelang, von der Seeseite aus den Kreidefelsen zu erklimmen und sich auf den oben aufgestellten Stuhl zu setzen. Zumindest der Sage nach.

4. Im Marzipan-Paradies
Von Rügen ging es weiter nach Lübeck. Was für eine hübsche Stadt! Straßen aus Marzipan, hübsche Häuschen, Menschen, die Abends am Hafenufer Walzer tanzen und leider auch der Ort, an dem uns die traurige Nachricht über Chester Benningtons Suizid erreichte. Die Stimmung war gedrückt, wurde aber durch äußerst liebenswerte Gastgeber, die uns für eine Nacht kostenlos in ihrem Häuschen schlafen ließen wieder erheitert. Ausgeschlafen ging es auch am nächsten Vormittag noch mal durch die hübsche Lübecker Innenstadt und in alle Läden, die irgendwas mit Marzipan verkaufen, sowie in die Kathedrale St. Marien. Es fährt sich übrigens viel besser, wenn man nebenher Marzipan futtern kann.

5. Zwischenstopp: Kieler Förde
Eigentlich wollte ich mehr von Kiel sehen, aber aus Zeitnot verschlug es uns nach dem Vormittag in Lübeck nur für wenige Stunden an den Kieler Hafen. Pünktlich beim Parken kam die Sonne raus und tauchte die Förde in ein wunderbares Blau, die Kieler Kids tummelten sich an den Stegen und als Highlight entdeckte ich Seehunde in einem Becken vor dem nicht gerade einladend aussehenden Aquarium. Dafür waren die Boote umso schöner.

6. Ein Traum von Naturparadies im hohen Norden
Wenn man durch den hohen Norden in Deutschland fährt, kommt man irgendwann in wunderschöne verlassene Gegenden ohne doofe Autofahrer. Kurz vor Dagebüll fährt man kilometerweit auf dem Deich und hat auf der einen Seite die Nordsee und auf der anderen sattgrüne Wiesen, auf denen sich Kühe, Schafe, Schwäne, Möven und Graugänse nebeneinander tummeln. Wunderschön! Und obendrein ist es noch ein Vogelschutzgebiet. Wer mich kennt, kann sich die Herzchen in meinen Augen gut vorstellen.

7. Who the fuck is Dagebüll?
Dagebüll ist ein winziger Ort, an dem die einzige Attraktion wohl der Fährableger ist, von dem aus die Inseln Föhr, Amrun und Sylt angesteuert werden können. Pünktlich zum Sonnenuntergang kamen die Dorfkids mit ihren Autos zum Fährableger, um dort Fotos von ihren Gefährten im Licht der untergehenden Sonne zu machen – auch ein interessantes Hobby.


8. Ich glaub ich werd alt: Campingplätze machen mir jetzt Spaß.
Ich war schon immer gerne campen, aber nicht unbedingt auf Campingplätzen. Allerdings hat die Übernachtung auf dem Campingplatz in Dagebüll für 2 Personen, Zelt und Auto nur 13 Euro gekostet. Duschen und Toiletten, sowie jede Menge spaßiger alter Campingprofis waren inklusive. Nächte auf Campingplätzen können sehr lustig werden, wenn man bei dem Versuch die Nachtruhe (ab 22Uhr!) nicht zu stören scheitert und die ganze Zeit laut kichern muss. Glück ist da, wenn man einen Zeltnachbarn hat, der lauter schnarcht, als man kichert.
Zudem ist man für die alten Camper als „junge Leute“ ein interessantes Gesprächsthema und alle quasseln einen mit Lebensweisheiten voll. Unser Schnarchnachbar ist übrigens mit einem Kinderwagen von Stuttgart nach Sylt gelaufen und hatte in dem Wagen kein Kind, sondern seinen Campingkram. Ich habe auf diesem Trip nicht nur Gefallen am Campingplatz, sondern auch an Gesprächen mit wildfremden Leutchen gefunden.

9. Bitte nicht schubsen, ich hab ein paar Seehunde im Rucksack
Ich habe es gehofft aber nicht geglaubt, doch während der Fährüberfahrt nach Föhr tummelten sich tatsächlich Seehunde auf den Sandbänken! Eine Familie war so nett und ließ mich die süßen Seehundis durch ihr Fernglas beobachten. Randnotiz: Ein Fernglas einpacken lohnt sich immer!

10. Ich mag die Nordsee nicht – ständig ist da das Wasser weg.
Ich war schon mal an der Nordsee, die Gezeiten sind mir also nicht neu. Dennoch war ich ganz schön schockiert, wie sich bei Ebbe innerhalb weniger Minuten das Wasser verflüchtigt. Und was da alles zum Vorschein kam: Unzählige Krabben, bei deren Anblick ich immer wieder wie ein kleines Mädchen geschrien habe, jede Menge Austern in freier Wildbahn und natürlich die typischen Sandhaufen der Wattwürmer.


11. Urlaubsfeeling auf Föhr
Eine meiner besten Schulfreundinnen (ich hatte 2, haha) hat es jobbedingt in einen Golfclub auf die Insel verschlagen. Sie hat uns mit ihrem Auto durch die Gegend chauffiert (Smarty McFly hat in Dagebüll gewartet, weil es sehr teuer ist das Auto auf der Fähre mitzunehmen), uns schöne Strände, den Golfclub und die grandiose Insel-Disko gezeigt. Da ging’s dann Nachts kräftig und in feinster Dorfdisko-Manier ab.
Am schönsten war es für mich aber, im Watt rumzuspringen und alles einzusammeln, was am Strand so rumlag (leider keine Seehundbabys). Hasi hat wagemutig lebende Krabben auf der Hand gehalten und darauf bestanden, dass wir seinen Drachen steigen lassen – das habe ich zuletzt im Kindergarten gemacht und es hat mir mehr Freude bereitet, als ich gedacht hätte. Und auch wenn es auf den Bildern nicht danach aussieht: Es war nicht kalt und die Sonne hat sich ebenfalls blicken lassen!

12. Anti-Freude
Das Einzige, was mir während des Trips keine Freude bereitet hat, waren unzählige Mücken. Ich hatte wirklich schlechte Laune wegen Mücken! Und auch die Tatsache, dass ich ständig irgendwelches Zeug gesucht habe, war ein wenig stressig. In einen Smart passt eine ganze Campingausrüstung und noch mehr rein, allerdings bedarf es wirklich guter Organisation bzw. benötigt man ein gutes System, um die Dinge, die man gerade braucht zur Hand zu haben. Aber dafür gibt es bestimmt den nächsten Roadtrip, da kann ich das noch mal üben. 🙂 (Oder -wenn ich mal Geld habe- einen Bus, indem alles seine Ordnung hat). Wunderbar war es trotzdem und ich kann es kaum erwarten wieder los zu ziehen!

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2 Kommentare zu „Roadtrip Adventures: Mit dem Smart ans Meer

  1. Wie wundervoll wie wundervoll, Danke für diesen ausführlichen
    Roadtrip und da ich ja gerade auch an der Ostsee verweile..ist es umso schöner vom Meer zu lesen, wenn es sich direkt hinter einen so geräuschvoll in Szene setzt. Und Rügen ist ein wahrer Schatz 💙💙💙kisses from the Balticsea Babe

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