Life Update 12/17

Mit meinem letzten Life Update war ich irgendwie unzufrieden und während mich die Ausläufer einer kurzen, aber leicht depressiven Phase noch ein wenig quälten, bekam ich plötzlich und völlig unverhofft die ein oder andere aufmunternde Nachricht. Die lieben Worte, mit denen ich zu diesem Zeitpunkt so gar nicht gerechnet hatte, waren der Auftakt zu einer etwas besseren Stimmung, obwohl ich nach wie vor immens unter der draußen vorherrschenden Kälte und Dunkelheit und dem Gefühl mein Leben zu verpassen, weil ich den Großteil meiner Zeit an meinem Arbeitsplatz hänge, leide. Aber hej, manchmal muss man eben erst auf dem bröseligen Boden der kaputten Tatsachen ankommen, um etwas neu aufzubauen! Das ist sogar wirklich passiert; nach einer merkwürdigen Begegnung war ich für ein paar Tage emotional ganz weit unten. Aber mit der Gewissheit, dass die bevorstehende Zeit einen ganz neuen, freien Lebensabschnitt mit sich bringt, ist die Situation einigermaßen erträglich geworden. Ich habe gelernt, dass man sich manchmal im Leben nicht nur einmal, sondern immer und immer wieder von etwas verabschieden muss, das ist hart. Aber vielleicht wird es irgendwann machbar.

Für alle, die wissen wollen, wie das Vickie-Leidensdrama denn nun weitergeht, hier ein neues Life Update! Vielleicht das Letzte für dieses Jahr, mal sehen was die unbesinnliche Weihnachtszeit außer sehr viel Arbeit noch so hervorbringen wird…


Gefühle: Gerade bin ich ziemlich glücklich – ich glaube der kurze Ausflug nach Amsterdam hat mir besser getan als gedacht! Bzw. auch die Verbindung des Ausflugs mit dem Konzertbesuch. Enter Shikari ist eine super coole Band (Wiederspruch akzeptiere ich nicht!), die mich schon seit meinem 17. Lebensjahr begleitet. Damals im Keller des Knaack -ein ehemaliger Club, der natürlich dem Prenzlauer Berger Bebauungswahn zum Opfer gefallen ist und deswegen geschlossen wurde- war deren erstes Album Take To The Skies ein Oberknaller, sowas wie die Revolution des Post-Hardcore, denn Enter Shikari waren die Ersten (die ich kannte), die Post-Hardcore mit elektronischen Elementen verbunden haben und zwar so, dass es gewaltig knallt und bis heute einfach nur Spaß macht.

Bedingt durch das Konzert höre ich gerade wieder ziemlich viel Enter Shikari und bin ein bisschen sentimental bei dem Gedanken daran, wie viel passiert ist, seit ich diese Band kenne. Da hängen ziemlich viele Erinnerungen dran: Das Knaack geschlossen, der Streit mit meinem Ex-Freund aus der Schule auf dem Weg zum ersten Konzert, wo sich mein 18-jähirges Ich dann aus Ärger mit den großen starken Typen geprügelt hat, Menschen, die in mein Leben kamen und gingen, alles was passiert ist in diesen 10 Jahren seit die Band mal mehr, mal weniger in meinen Ohren und meinem Leben war – und plötzlich stehe ich da, mit Hasi in einer alten Kirche in Amsterdam und alle in dieser Kirche schreien gemeinsam im Chor And still we will be here, standing like statues. Was dann folgte, war ein grandioser Mix aus Gänsehaut-Momenten und Dauerparty. Diese Band hat in den 10 Jahren nicht aufgehört gute Musik zu machen, sie sind lustig, politisch und kritsch, manch einem mag das alles zu experimentell sein – aber ich sag nur: Genau hinhören!

24 Stunden Amsterdam: Mit 18, also vor 11 Jahren war ich das letzte Mal in Amsterdam und mein jugendliches Ich hat in seinem damaligen Rausch wohl gar nicht so richtig mitgeschnitten wie unfassbar schön diese Stadt ist!


Auch wenn es zunächst echt ein Schock war vor Ort nicht im Verkehrschaos zwischen Auto- und Radfahrern umzukommen, war das Student Hotel Amsterdam eine wunderschöne und stilsichere Unterkunft, die uns mit Honigwaffeln begrüßt, mit einem gemütlichem Zimmerchen beherbergt und mit einem Kaktus und einer Flasche Wasser verabschiedet hat. Auch unterwegs sind Hasi und ich einigen super freundlichen Menschen begegnet und an jeder Ecke war irgendetwas Hübsches oder Interessantes. Einzig, dass wir verwöhnte Berliner sind haben wir mal wieder gemerkt, als wir Abends nach dem Konzert noch etwas essen wollten – zum Glück gibt es ja den ein oder anderen Frittenladen! 🙂 Die Herausforderung des Trips war übrigens, nur mit einem Rucksack und einem Outfit zu reisen. Das hat aber auch geklappt und es hat sich super angefühlt, weit von zuhause weg zu sein und quasi nichts bei sich zu haben. Nach all den Jahren habe ich mich echt noch mal neu in die schöne Stadt verliebt! Und nicht zu vergessen: Die Sprache! Wie niedlich ist bitte dieses Niederländisch?!




Und was war sonst so los: Als ich zwischendrin mal kurz Freizeit hatte, hatte ich mit meinen Lieblingsfreunden einen super Abend in einer Kreuzberger Bar und am nächsten Tag einen fiesen fiesen Kater, der mich zur Arbeit begleitet hat, ich habe einen schönen Nachmittag mit Veri verbracht, meine Hausärztin hat mir die positiven Ergebnisse meines Blutbilds präsentiert und ich habe mir ein paar neue Sachen gegönnt: Eine supercoole Jacke (es war Liebe auf den ersten Blick!), ein rotes Samt-Kleid, eine gelbe Tasche und dicke Söckchen gegen kalte Füße. Normalerweise bin ich ja kein Freund der großen Konsum-Prahlerei aber in einem Bekleidungsgeschäft mit Mitarbeiterrabatt zu arbeiten, verleitet einen dann und wann dann eben doch. Und sich einfach mal etwas zu gönnen, woran man sich erfreut ist bei mir auch eine psychische Sache, die von Freude am Leben zeugt. Dennoch nicht zu verwechseln mit Konsum, der nur darin gründet, irgendeine andere (innere) Leere zu füllen!

Hell yeah: Mein Auto hat Winterreifen bekommen und die kaputte Lampe wurde repariert – jetzt bin ich nach einigen Wochen wieder zurück im Autofahr-Business und es macht mir soo Spaß zu fahren! Bevor ich ins Auto steige, bin ich immer ein bisschen panisch, wenn ich dann aber drin sitze und alles klappt, freu ich mich immer wie ein Schnitzel und will gar nicht mehr aufhören zu fahren. Das Thema ist mir gerade ziemlich wichtig, da ich in London sicher nicht fahren werde und Angst hab, es zu verlernen (Geht sowas?) Außerdem habe ich mich sehr gefreut, dass sich andere Frauen für mich stark gemacht haben. Von ihrer Seite aus war das wahrscheinlich ganz unbewusst aber ich hab das wahrgenommen und mich irgendwie total gefreut. ❤

Hell No: Die Tage bis London schwinden nur so dahin, eigentlich toll, denn ich kann es kaum abwarten da zu sein und zu erfahren, was das Leben dort aus mir macht bzw. was dieses Abenteuer mit sich bringt – allerdings muss vorab noch so viel organisiert werden und die tausend Gedanken in meinem Kopf machen die Sache gerade ganz schön anstrengend…

Auf dem Plan: Der Dezember ist da und mit ihm geht es jetzt auch für mich in Richtung Geschenke-Sucherei! Dieses Jahr werde ich aus Zeitnot wohl nicht viel selber machen, sondern ein bisschen dem Konsum frönen und bin gespannt, was für wen zusammen kommt. Ich gehöre zu den Menschen, die lieber etwas verschenken, als geschenkt zu bekommen hihi. Und ich hoffe imständig noch einige liebe Freunde zu treffen, bevor ich bald weg bin und Zeit für einen Weihnachtsmarkt-Bummel zu finden! Also: Macht euch eine möglichst besinnlich-kuschelige Zeit!

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2 Kommentare zu „Life Update 12/17

  1. Du hast so Recht, Amsterdam ist eine tolle Stadt! Da es dort eine sehr lebendige Musikszene gibt (eigentlich generell in den Niederlanden) sind wir so 2-3 Mal im Jahr dort.
    Manchmal wünschte ich mir, dort einen guten Job (mein Niederländisch ist da noch der Knackpunkt…) und eine günstige Wohnung zu finden. Dann würde mich hier in D nichts halten. Aber es wird wohl ein Wunsch bleiben (man muss auch Träume haben 🙂 )…
    Alles Gute für London, Vickie!
    ❤ Kathy

    1. Liebe Kati, Danke dir! Mit London/uk war es bei mir wahrascheinlich ganz ähnlich: Ich dachte immer es bleibt ein Lebenstraum aber letztlich war es einfach nur ein glücklicher Zufall! Wunder passieren! 🙂 Ich kenn mich zwar nicht aus, aber ich glaube Wohnen in Amsterdam kommt den britischen Verhältnissen leider schon ziemlich nahe, allein eine günstige Unterkunft zu finden war eine echte Herausforderung! Aber niederländisch könntest du doch zumindest schon einfach mal so lernen, als Hobby nebenbei – dann bist du im Falle des Falls gewappnet! 😀 Viele liebe Grüße ❤

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