Life Update 6/18: Summer moved on

Als ich noch ein Teenager war, waren die schlimmsten Zeiten meine besten, um zu schreiben. Heute ist das anders. Heute frage ich mich ständig, welche Gefühlslage eigentlich die Beste zum Schreiben ist und was die Sicht auf die Realität stärker verblendet: Überschwängliche Freude oder totale Traurigkeit?

Ist Schreiben ehrlicher in guten oder in schlechten Zeiten?

Vielleicht war dieser Sommer einer der schwersten, obgleich seiner Wärme und Schönheit. Ich bin überhaupt nicht gut darin, (längst) Vergangenes abzuschließen. Und dennoch: Als ich letzte Woche durch meine neue Heimat radelte, mit einem Platten am Hinterrad und dem ersten Herbstlaub, das wild tanzend über die Straße wehte, wurde mir klar: Der Sommer ist vorbei. Es ist vorbei, das Kapitel beendet.

Es wird noch eine Weile dauern, um das alles zu verarbeiten, aber die Sonne scheint. Und zwar nicht nur im Sommer. Nun sitze ich hier, an meinem Schreibtisch (Lüge! Ich sitze am Küchentisch, eigentlich wohne ich ausschließlich in meiner neuen Küche), in meiner eigenen Wohnung und habe viel zu erzählen. So viel, dass ich gar nicht so recht weiß wo ich anfangen soll. Das Herz leicht und schwer zugleich, der Kopf voller Fragen.

Wo war ich stehen geblieben?

In meinem letzten Life Update – das einfach schlappe drei Monate her ist und in mir starke Verwunderung darüber aufkommen lässt, wie ich das früher bitte geschafft habe, jede Woche einen Rückblick zu machen – war der Umzug gerade frisch besiegelt, der Job-Wechsel noch in der Probe. Das Thema Job schwankt gerade stark und ich glaube an diesem Punkt ist es noch zu früh, um darüber eine klare Aussage zu treffen. Der Umzug ist endlich durch.

Der Preis der Freiheit

Und ganz ehrlich: Es war ein absoluter Kraftakt. Körperlich und emotional. Ich wusste das schon lange vorher, vielleicht habe ich die alte Wohnung deshalb nicht viel früher verlassen. Doch es war an der Zeit. Aber verlass mal einen Ort, an dem einst Glaube, Liebe und Hoffnung wohnten. Der aber auch zum Schauplatz der traurigsten Geschichten wurde. Ich kann so gut verstehen, warum du gegangen bist…

Den ganzen Sommer habe ich damit verbracht, mich zu verabschieden: Von Dingen, von Erinnerungen, von Gewohnheiten, Weltansichten und ungelebten Träumen, von Menschen. Das was blieb, habe ich in Kisten gepackt. Bin schwer beladen hunderte Male die Treppen hinunter, mit dem Auto durch die Stadt (Überraschung: So viel Umzug passt nicht in einen Smart) und die Treppen wieder hinauf. Einen großen Kleiderschrank bei 34 Grad allein in den vierten Stock schleppen? Check. Habe versucht mitten im Chaos Ruhe zu finden, in der Einsamkeit viel zu viele Tränen vergossen, um die kleinsten Dinge gekämpft. Für die Freiheit meiner eigenen Wohnung habe ich einen hohen Preis gezahlt. Ich habe gelernt, dass Hilfe meist von den ganz unerwarteten Seiten kommt. Und ich weiß ganz genau: Ohne eine Hand voll sehr wichtiger Menschlein hätte ich das nicht geschafft. Ohne dich hätte ich das niemals gepackt. ❤

Alles Neu macht der Herbst

Und jetzt ist Herbst und das komplizierte Kapitel durch. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht genau, wie ich es bei dem starken Gegenwind der vergangenen Monate noch geschafft habe, draußen zu sein. Unterwegs zu sein, weg zu fahren, ins kühle Nass zu springen, Sonne im Gesicht zu haben, zu lachen. Wenn auch etwas weniger. Es ist Herbst – für mich immer die Zeit des Abschieds, aber gerade zeigt sich in diesem Abschied deutlich ein Neuanfang.

Die schönen Seiten des Sommers

Highlights: Mit Mutti ans Meer fahren, um Papas Geburtstag zu feiern. Vielleicht hat sie mir ihr Auto anvertraut und vielleicht bin ich damit 180km/h gefahren und vielleicht hat das ein bisschen Spaß gemacht. Vor allem hat mich ihr Stolz aber sehr stolz gemacht. In der Uckermark ins Grüne starren. Bei der ätzenden Fashion Week mit einer lieben Freundin zu Wiz Khalifa tanzen. Neue Kolleginnen, die super lieb sind. Ich bin 30 geworden. Und Schatz hat einen grandiosen Geburtstag organisiert. Boot fahren, Floß fahren, Klettern im Kletterwald. Dank und mit Esra auf einem coolen Festival sein und dort im schönsten See des Jahres planschen. Nach langem Kampf den heiß-ersehnten Schrank bekommen. Und überhaupt: Sperrmüll-Glück bei der Einrichtung der neuen Bude. Das deutsche Sinfonie-Orchester live erleben. Als einzige Person nüchtern auf einer Party sein, wo alle super betrunken sind (hihi). Mit Freunden in Danzig sein. Internet in der neuen Wohnung bekommen. Gärtnern. Eine weitere Woche an der Ostsee. Im Sturm den Wellen gegenüber stehen. Der Versuch, den inneren Frieden wieder zu finden.

Meine Festung der Friedlichkeit

Meine I-Am-Back-Blogrückkehr hatte ich mir ganz anders vorgestellt. Ich wollte anlässlich meines 30. Jubiläums einen lustigen Einblick in dreißig Jahre Vickie-Looks geben, ich wollte längst eine Room-Tour und weitere Beiträge geschrieben haben, aber wie so oft stand das echte Leben seiner Online-Dokumentation gewaltig im Wege. Das macht aber nichts, denn es ist Herbst und ich sitze in meiner schönen neuen Wohnung, die wie Rewe, jeden Tag ein bisschen besser wird. (Keine Werbung für Rewe!)

Vickie Wohnung
Ich mach noch schöne Fotos, versprochen!

Und vielleicht habe ich bei der kommenden Kälte ja ein bisschen Zeit, das alles nachzuholen. Vor allem über meinen Altbau-Palast mit Balkon gibt es noch so viel zu erzählen! 🙂 Und auch sonst bin ich furchtbar gespannt, wie das Leben so weiter geht, gerade habe ich -bis auf einen kurzen Trip nach Brighton- nämlich keine Pläne oder Vorhaben. Dies ist ein neuer Weg auf der wilden Reise des Lebens, die Zukunft ungewiss und ich weiß nicht in welche Richtung der Pfad führt. Aber ich bin bereit! Bis bald ❤

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