Über die kurze Herrlichkeit des Seins

Es ist eigentlich immer sinnvoll, die Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und den Blickwinkel auf die eigene Welt zu verändern.

Nehmen wir da zum Beispiel eine laue Sommernacht, in einer nicht lichtverschmutzten (also sehr dunklen) Gegend, in der der Mensch in den Himmel guckt und tausende von Sternen sieht. Sternschnuppen, Sternbilder, vielleicht sogar die Milchstraße oder nahe Planeten, ein wunderschönes Szenario jedenfalls. Trotz dieser Schönheit überkommt mich jedes Mal ein bemerkenswert beklemmendes Gefühl des Klein-Seins, des zu Kurz-Seins, des Nicht-Seins. Das tieftraurige Gefühl der Sinnlosigkeit. Doch während mich die Frage nach meiner Rolle in diesem großen Ganzen, die Frage nach meinem Platz in dieser Welt, völlig fertig macht, schafft es mein Schatz sich über genau das zu freuen.

In einem sind wir uns einig: Wir betrachten die Existenz des Universums, die Entstehung der Welt, die Entwicklung der Menschheit, unsere eigene Anwesenheit auf diesem Planeten nicht als etwas Gott-geschaffenes, sondern als den krassesten Zufall überhaupt.

Statt also meinen traurigen Gedanken der Sinnlosigkeit zu teilen, freut er sich dabei zu sein – auch wenn es verhältnismäßig nur kurz ist. Aber er ist dabei und das stimmt ihn froh. Und irgendwie hat er total Recht. Urknall, Universum, Ursprung von Materie und Mensch – was sich so kurz sagen lässt, hat so unfassbar lange gedauert, dass es wirklich der wahnsinnigste und beste Zufall des Universums ist, dass ich hier bin. Dass du hier bist. Dass du existierst und fähig bist, das zu lesen. Und egal, was dein Leben gerade mit dir macht: Du hast die Möglichkeit die Perspektive zu wechseln, den Blickwinkel deiner Betrachtungen zu verändern.

Kopfstand im Kopf

Hör auf deine Intuition: Denken andere wirklich etwas über dich, oder denkst du nur, dass die Anderen irgendetwas über dich denken? Bist du als Mensch wirklich mehr wert, weil du mehr besitzt oder leistest?  Angenommen, irgendwer denkt irgendetwas über dich: Du bist nicht das, was andere auf dich projizieren. Deren Problem bist nicht du. Sie projizieren lediglich ihr eigenes Problem. Bist du als Mensch weniger wert, weil du weniger besitzt oder leistest? Wenn du einen Fehler gemacht hast, bedeutet das noch lange nicht, dass du der Fehler, dass du „falsch“ bist – es bedeutet, dass du die Möglichkeit hast, etwas zu lernen! Basieren deine Beziehungen zu Menschen in deinem Leben wirklich auf Liebe oder auf Abhängigkeit und Gewohnheit? Wäre dein jetziger Job dein Job, wenn du machen könntest, was du wirklich willst? Muss Arbeit wirklich Selbstverwirklichung sein oder kann Mensch das vielleicht viel besser in seiner Freizeit machen? Weißt du, was du wirklich willst oder glaubst du nur zu wissen, was du willst? Spricht eher dein Kopf oder dein Herz zu dir? 

Ich könnte wohl den ganzen Sonntag weiter schwadronieren, aber ich denke der Gedanke ist einfach und klar: Ändere die Perspektive. Mach einen Kopfstand im Kopf. Denk daran, dass bekanntlich nicht alles nur Schwarz oder Weiß ist. Herbsttage beweisen es immer wieder: Es gibt unzählige verschiedene Grau-Töne. Und mittendrin viele bunte Blätter. Es ist vielleicht nicht ganz einfach, aber das Universum um dich herum ist größer als das Universum in deinem Kopf. Du bist hier, du kannst dafür sorgen, dass sich dein Kopf-All ausdehnt. Bedenke nur, dass du nicht mehrere Millionen Jahre Zeit hast, also leg los, hier und jetzt. Wir sind alle nur furchtbar kurz hier, auf diesem Planeten. Vielleicht ist das traurig. Noch viel trauriger ist es aber, diese kurze Zeit ausschließlich mit Traurigkeit zu füllen. Nichts gegen Traurigkeit, die gehört natürlich auch ins große Gefühls-Universum. Aber sie ist eben nicht alles, sondern auch nur ein Bestandteil des großen Ganzen.

Your skin and bones, heart and mind
are made from the remenants of stars
that died
and can you feel it inside?
Can you feel it inside?
A supergiant erupts, into a supernova
The ultimate sacrifice
and we are the descendants!

Und übrigens: Es ist der unglaublichste und beste Zufall überhaupt, dass wir nach Milliarden von Jahren entstanden und einander begegnet sind. ❤

 

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Ein Gedanke zu “Über die kurze Herrlichkeit des Seins

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