Life Update 7/18: Von Frust und Freude

Ich bin blockiert und zwar so richtig.

Das passiert mir immer, wenn Herz und Kopf von viel zu vielen Gedanken und Gefühlen gleichzeitig heimgesucht werden. Wenn die Geschichten, die ich erzählen will, zu viele werden. Wenn ich ständig Pläne mache, aber eigentlich gar keinen Plan habe. Wenn mir plötzlich nicht mehr klar wird, was ich eigentlich vom Leben will. Ihr seht: Aktuell herrscht (mal wieder) ein großes chaotisches Durcheinander. Und ich fühle mich ständig müde und viel zu schwach mich zu sortieren, die Dinge anzupacken und neu zu starten.

Beim Versuch diesen Post zu schreiben, habe ich mir gestern mein altes Blog-Layout zerschossen und finde es nun nicht wieder. Ich bin auch genervt vom Look des Ganzen, von meinen eigenen anspruchslosen Bildern, ich bin genervt von dieser permanenten Wichtigkeit der perfekten Online-Präsenz des Menschen selbst. Und weil ich so genervt bin, fehlt mir für bestimmte Dinge jegliche Freude, Ideen und Inspiration. Dann will ich etwas ändern, schaffe es aber nicht, das führt letztlich nur zu Frustration. Und Frustration macht wirklich so gar keinen Spaß!

Vielleicht werde ich die Dinge neu aufziehen, vielleicht werde ich neu starten und vielleicht ist die Lösung des Ganzen, dass einiges einfach seine Zeit braucht. Nicht gerade leicht für einen Ungeduldsbrösel wie mich.

Gedacht: Ich denke zu viel nach, ich sollte lieber einfach loslegen und machen!

Die letzten Wochen

Manchmal bekommt man Hilfe von außen, mit der man so gar nicht gerechnet hat. Diese Lektion ist mir natürlich nicht neu, erstaunt mich aber jedes Mal, denn die Sache mit der unerwarteten Hilfe passiert sehr selten. Dieses Mal waren es Worte. Worte, die so viel bewirkt haben, dass ich nicht kopflos und voreilig alles hingeschmissen habe. Ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, ob es was bringt, jetzt bin ich schlauer und weiß: Nein, es hat für die Situation selbst nichts gebracht, aber die Geste und die Lehre der Hilfe selbst war so groß, dass sie sehr wichtig wurde. Für Kopf und Herz.

Und dann gab es neben der unerwarteten Hilfe noch die unerwarteten Momente. Die, mit denen man so gar nicht rechnet, die aber trotzdem passieren und ganz real sind. Momente, die nur den Bruchteil einer Sekunde ausmachen. In denen für einen Moment die Welt stehen bleibt, obwohl sich alles andere rasend schnell weiterdreht. Das sind die Momente, die dafür sorgen, dass Mensch sich auch danach noch tagelang in einer Art dauergrinsendem Rauschzustand befindet. Die Geschichte hat im Endeffekt keine Lehre außer, dass diese realen, wahrhaftigen Momente im Leben sehr selten sind. Und so intensiv und schön, dass ich das Glück solcher Momente richtig feiere.

Wer viel verliert, kann nur gewinnen.

Und wahrscheinlich waren diese Glücks-Momente wichtiger denn je, denn gleich im Anschluss meldete sich die gute alte Pechsträhne, die in meinem Leben eben auch noch ein bisschen mitmischen wollte. Weil ein Unheil bekanntlich selten allein kommt, jagte mich plötzlich ein wild gewordenes Rudel doofer Dinge und ich verlor erst meinen Job, dann meine Fahrkarte und mich selbst gleich mit.

Ich wurde abgelehnt, durfte mir doofe Sprüche anhören, der Bahn-Fahrer fuhr an meiner Haltestelle vorbei und eine Frau nietete mich eiskalt mit ihrer Handtasche um. Das sind die Zeiten, in denen man sich am liebsten unter der Bettdecke verstecken und weinen möchte. Aber das hilft nicht! Was hilft ist: Raus gehen, Abstand von sämtlichen doofen Dingen zu nehmen und zu reden. Ich habe noch nie so viel mit meinen Mitmenschen über das Thema Arbeit, Selbst-Ausbeutung und innere Lebens-Zufriedenheit kommuniziert. Und es hilft! Schon allein, wenn man den Blickwinkel auf bestimmte Dinge ändert oder mitkriegt, dass man nicht allein ist! Dafür bin ich sehr dankbar. ❤ Und auch dieser Text der JaneWaynes beschreibt die Gefühle vieler von uns einfach treffend perfekt!

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Mir wurde soeben mitgeteilt, dass ich mich schon sehr bald von meinem aktuellen job in einem überwiegend profitorientiertem Unternehmen verabschieden muss. Kündigung wäre ein falscher Begriff, da ich dort seit Juni ohne einen Arbeitsvertrag oä tätig bin. Aber ich habe mich glaube ich noch nie so über eine “Kündigung“ gefreut, denn wenn die letzten Jahre mich eines gelehrt haben, dann dass es im Leben wirklich wirklich wirklich das Beste ist, sich aus toxischen Verhältnissen -egal welcher Art- zu lösen! Und mal ehrlich: Wie viele Arbeitsverhältnisse sind toxisch?! Menschen arbeiten wie Roboter, lassen jeden Scheiß mit sich machen, machen sich selbst verrückt für irgendetwas völlig Irrelevantes woran sie sich auf dem Sterbebett sicher nicht erinnern werden, sind letztlich alle ersetzbar und die wenigsten haben Raum und Möglichkeit zur Selbstentfaltung, geschweige dennoch ihr Leben zu leben (es sei denn dein Leben ist Arbeit und auch von der Vorstellung sollte sich jeder mal fix verabschieden) Was ist das für ein beklopptes System und wieso machen da alle freiwillig mit? Don't get it. Werde aber die sweeten Kollegis vermissen! ❤ #itsnotmondayyouhateitscapitalism #grundeinkommenfüralle

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(39 Kommentare unter einem Beitrag, das hätte mein alter Arbeitgeber sich auch gewünscht hihi.)

Reload and begin again

Was übrigens auch immer Freude ins Leben bringt, sind Dinge, die man zum ersten Mal macht.
Und -Überraschung- wer hätte das gedacht? Auch mit 30 Jahren gibt es noch einige neue Erlebnisse! 🙂

Zum ersten Mal:

  • habe ich ein Hot-Dog bei Ikea gegessen
  • das König der Löwen-Musical in Hamburg gesehen (es war so schön)
  • und bin mit Schatz in einem Windkanal rumgeflogen, das war super cool!

Konsumkram//New In: Es gibt drei Dinge, die ich mir gekauft habe, die ich über alles mag: Ein Mantel mit Leoparden-Muster, noch einen Mantel vom Flohmarkt für acht Euro (es war Liebe auf den ersten Blick und ja, ich habe einen Jacken- und Mäntel-Fetisch!) und ein Foamie.

Das ist eine Haarwaschseife, die ohne Plastik-Verpackung auskommt. Unter der Dusche war ich erst enttäuscht von der Seife, aber: Ich konnte meine Haare nach dem Waschen OHNE Conditioner gut durchkämmen (ich benutze seit bestimmt 20 Jahren Conditioner, Spülung & Kur) und schön gepflegt sind sie auch! Außerdem ist so eine Seife sehr praktisch fürs Handgepäck, denn schon bald geht es mit Schatz nach Brighton, dafür habe ich nämlich Flugtickets gekauft und natürlich freu ich mich wie verrückt in die Heimat meines Herzens zurück zu kehren!

Gelernt: Ich liebe diesen Herbst, weil ich zum ersten Mal verstanden habe, dass Abschiede nicht zwangsläufig schlimm sein müssen, sondern auch neue Möglichkeiten und Chancen bringen. Und dass nichts in Stein gemeißelt ist!

Auf dem Plan: Mich entscheiden (schwierigste Aufgabe), die 5 Beiträge veröffentlichen, die noch in meinem Entwurfs-Ordner rumdümpeln, einen ultra-schokoladigen Schokokuchen backen, wieder mehr Punk sein und üben, wie man das Leben genießt, ohne sich schlecht zu fühlen. Ach und vielleicht kümmere ich mich noch um meine eigene Online-Präsenz, aber nur wenn es nichts Wichtigeres gibt 😉

Lieblingsworte: Kommen von Axel Bosse und sind durchaus klug! Merkt euch die! Bis bald! ❤

Ich hab‘ gelernt das Leben zu genießen
Meine Freunde wie Blumen zu gießen
Ich hab‘ gelernt das Feuer zu schür’n
Den Zauber nicht zu verlieren
Ich hab‘ gelernt der erste Blick täuscht
Und dass es gut ist, wenn man sich verläuft
Ich hab‘ gelernt auch wenn’s mies ist
Geht die Sonne trotzdem auf

 

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